Skandinavier dominieren die U-20-Sprints im Langlauf - DSV-Läuferin Hanna Kolb im Finale

Langlauf: Fünf der ersten sechs Medaillen der FIS Nordischen Junioren Ski-Weltmeisterschaft/U23-WM Skilanglauf gehen in den hohen Norden Europas. Hanna Brodin (SWE) hat den Sprint der Frauen vor den Norwegerinnen Ingvild Flugstad Oestberg und Kari Oeyre Slind gewonnen. Hanna Kolb belegte als beste Deutsche den sechsten Platz. Bei den Herren setzte sich Tomas Northug vor Paal Golberg (beide NOR) und Federico Pellegrino (ITA) durch. Bester DSV-Athlet war Sebastian Eisenlauer auf Rang 17.

Auch der Nebel, der den Nordic-Center am Notschrei den ganzen ersten Wettkampftag der FIS Nordischen Junioren Ski-Weltmeisterschaft/U23-WM Skilanglauf verhüllte, konnte die Sicht auf die bärenstarken Leistungen der Langläuferinnen und Langläufer nicht verschleiern. Hanna Brodin gewann den Sprint in der freien Technik klar vor den Norwegerinnen Ingvild Flugstad Oestberg und Kari Oeyre Slind. Die Schwedin hatte ihre hervorragende Form auch schon im Prolog sowie im Viertel- und Halbfinale unter Beweis gestellt und ist eine verdiente Titelträgerin. Bei der letzten JWM 2009 hatte Brodin in dieser Disziplin noch Platz zwei belegt. Lokalmatadorin Sandra Ringwald erreichte Platz 14, einen Rang hinter Lucia Anger - beide DSV-Damen scheiterten denkbar knapp am Halbfinaleinzug. Bis das klar war, verging aufgrund von Problemen bei der Auswertung der Zeitnahme allerdings eine Stunde. Die Pause steckten aber alle Aktiven gut weg. Nach einer anschließenden Aufwärmphase wurden die Wettbewerbe mit den Halbfinals fortgesetzt. Mit dabei Hanna Kolb, die sich auch für das Finale qualifizierte, dort aber nach einer überstandenen Virus-Infektion nicht mehr das Stehvermögen hatte, um in die Medaillenvergabe einzugreifen. Kolb wurde Sechste: "Ein guter Auftakt", sagte die Athletin anschließend.

Bei den Herren sicherte sich in ähnlich überzeugender Manier wie die Schwedin bei den Damen Tomas Northug den Sieg vor Paal Golberg (beide NOR) und Federico Pellegrino (ITA). Der Italiener hatte in den Läufen zuvor mit den stärksten Eindruck hinterlassen, im Finale musste er sich aber den beiden Norwegern geschlagen geben. Bester DSV-Läufer war Sebastian Eisenlauer auf Platz 17, Alexander Wolz wurde 21. Auch Michael Schnetzer (24.) hatte das Viertelfinale erreicht, wo dann aber Endstation für die deutschen Starter war.

Peter Dotzler, zuständiger Trainer Langlauf des Deutschen Skiverbandes, stellte nach den ersten beiden JWM-Entscheidungen fest: „Schade ist lediglich, dass es heute nebelig war – nach zwei wunderbaren Trainingstagen mit Sonnenschein auf der hervorragenden Laufanlage und bestens präparierten Strecken am Notschrei. Mit den Leistungen unserer Juniorinnen und Junioren bin ich zufrieden. Alle Aktiven haben das Viertelfinale erreicht, das ist bei der Leistungsdichte und der offensichtlich sehr guten Tagesform vieler Topleute ein gutes Resultat. Schließlich hatten wir mit Hanna Kolb auch eine Finalistin, der nach einem Infekt am Ende aber die Kraft gefehlt hat, um in die Vergabe der Medaillen einzugreifen. Etwas unglücklich verlief der Wettkampf für Lucia Anger und Sandra Ringwald, die das Halbfinale nur hauchdünn verpasst haben. Mit den Prologergebnissen acht, neun und elf haben die Damen ihr Soll aber absolut erreicht. Der sechste Platz von Hanna Kolb stimmt uns zuversichtlich.“

Hanna Brodin (SWE), Junioren-Weltmeisterin im Langlauf, Sprint F
„Ich habe mich die ganze Saison über intensiv auf diese Wettkämpfe vorbereitet. Und ich bin heute auch topfit angetreten. Vom ersten Start weg habe ich mich sehr gut gefühlt. Nach Silber im letzten Jahr freue ich mich riesig über diesen Titel."

Ingvild Flugstad Oestberg (NOR), Silber im Langlauf, Sprint F
„Natürlich hätte ich meinen Titel gerne verteidigt, aber ich freue mich auch über die Silbermedaille. Ich werde noch weitere Rennen bestreiten und hoffe auf erneut gute Resultate.“

Kari Oeyre Slind (NOR), Bronze im Langlauf, Sprint F
„Auch Bronze strahlt. Es ist immer ein schöner Moment, eine Medaille zu gewinnen. Ich warte jetzt auf die Entscheidung der Trainer, ob ich noch weitere Einsätze bekomme. Die Veranstaltung ist hervorragend organisiert.“

Tomas Northug (NOR), Junioren-Weltmeister im Langlauf, Sprint F
„Die äußeren Bedingungen mit Neuschnee waren überhaupt kein Problem. Ich hatte sehr gut auf die JWM hin trainiert und freue mich jetzt sehr über diesen Erfolg.“

Paal Golberg (NOR), Silber im Langlauf, Sprint F
„Die äußeren Bedingungen mit Neuschnee waren überhaupt kein Problem. Ich hatte sehr gut auf die JWM hin trainiert und freue mich jetzt sehr über diesen Erfolg.“

Federico Pellegrino (ITA), Bronze im LL, Sprint F
„Die Unterbrechung wegen der Zeitnahme-Probleme nach dem Viertelfinale hat mich schon ein wenig nervös gemacht. Letztlich hat es aber zu einer Medaillenplatzierung gereicht und das macht mich sehr zufrieden.“

Hansjörg Eckert, Präsident des OK
"Unser Ziel ist es, mit der JWM ein ‚Fest der Jugend‘ zu veranstalten. Der Beginn der Wettkämpfe mit den beiden Sprintentscheidungen im Langlauf ist sehr gut verlaufen: Hut ab vor den Leistungen der Skandinavier. Aber auch die deutschen Athletinnen und Athleten haben sich teuer verkauft und überzeugt. Bereits am ersten Wettkampftag hat sich gezeigt, dass der enorme organisatorische Aufwand, den wir betrieben haben, angemessen war und sich jetzt auszahlt. Die ersten Rückmeldungen von Sportlern und Betreuern waren sehr positiv – und wir werden weiter alles versuchen, mit dieser JWM hohe Maßstäbe zu setzen. Denn Junioren-Weltmeisterschaften sind die internationale Begegnung der weltbesten Sportler - von denen einige bald auch bei Weltmeisterschaften oder sogar schon bei den Olympischen Spielen 2010 antreten. Ihnen muss man eine angemessene Bühne bieten."